„Der Kunde hat die Leistung unverzüglich zu prüfen und Mängel im Sinne des § 377 UGB unverzüglich, längstens binnen sieben Tagen, schriftlich zu rügen; andernfalls gilt die Leistung als genehmigt.“
Verträge, die sich vertragen.
Vertragswerke, AGB, interne Vorgaben und die Rechtstexte, die Sie hinterlegen, werden einzeln, zusammen und gegeneinander gelesen.
Verträge, AGB, Rahmenverträge, interne Richtlinien und die Rechtstexte, die Sie hinterlegen — einzeln, zusammen und gegeneinander. Jede Pflicht, jede Frist, jede Sanktion wird herausgezogen und mit ihrer Fundstelle belegt; welche Klausel welcher widerspricht, steht als Akte da.
Vor der Unterschrift: der Lieferantenentwurf gegen Ihre eigenen Bedingungen. Im laufenden Vertrag: welche Frist gilt, wer benachrichtigen muss, was bei Verzug passiert. Vor dem Audit: ob Ihre Richtlinien halten, was das Gesetz verlangt — mit Zitat, nicht mit Gefühl.
Vertragsmanagement, Einkauf, Compliance und Justiziariat — und jeden, der einen Vertrag unterschreiben soll, ohne ihn dreimal gelesen zu haben. Aigis urteilt nicht: Es zeigt den Widerspruch, welche Rolle entscheiden muss und was jede Option bedeutet.
Zwei AGB, zwei Fristen, dieselbe Folge.
Aus einem echten Prüflauf in unserer Erprobung. Zwei AGB-Texte lagen vor: die AGB eines Anbieters — unsere eigenen — und das Muster einer Lieferanten-AGB. Beide regeln, wie schnell ein Mangel gemeldet werden muss — die eine gegenüber dem Kunden, die andere gegenüber dem Lieferanten. Beide knüpfen dieselbe Folge daran, wenn es nicht geschieht.
„Mängel sind dem Anbieter innerhalb von 3 Werktagen nach Entdeckung schriftlich anzuzeigen. Andernfalls gilt die Leistung als genehmigt.“
Mängelrügefrist: längstens sieben Tage (Ihre AGB, Punkt 8) gegen drei Werktage nach Entdeckung (Lieferant, § 5)
Beide AGB legen dieselbe Pflicht auf und knüpfen dieselbe Rechtsfolge daran — nennen dafür aber unvereinbare Fristen: längstens sieben Tage in Ihren AGB, drei Werktage ab Entdeckung beim Lieferanten. Aigis stellt die Frage dahinter — welche Frist gilt? — mit drei Wegen, sie zu beantworten, und der Rolle, die das entscheiden muss. Sie stand in zwei Sätzen, die nie nebeneinander gelesen wurden.
Aigis hat beide Texte gelesen, 38 Vorgaben herausgezogen und mit dem Auftrag, jede gegen jede zu halten, den Widerspruch gefunden: beide Vorgaben nebeneinander, jede mit Kennung und dem wörtlichen Beleg aus ihrem Dokument, Schweregrad „hoch“. Wie ein Röntgenbild: Es zeigt den Bruch, den man von außen nicht sieht — behandeln muss ihn der Arzt. Welche Frist gilt, entscheiden Sie mit Ihrem Anwalt.
- Vor der Unterschrift statt vor Gericht. Sie erfahren es beim Lesen des Vertrags — nicht erst, wenn der Lieferant Ihre Rüge als verspätet zurückweist.
- Mit Beleg, nicht mit Bauchgefühl. Beide Vorgaben stehen mit Kennung dabei, jede mit dem wörtlichen Zitat aus ihrem Dokument — bei hochgeladenen Dokumenten zusätzlich mit Seite, Blatt, Absatz oder Zeile. Sie reichen den Befund an Ihren Anwalt weiter, ohne selbst zu suchen.
- Ihre Entscheidung bleibt Ihre. Aigis nennt den Bruch, nicht die Therapie.
Befund aus einem echten Prüflauf unserer Erprobung, gekürzt; die Zitate sind unverändert, „Ihre AGB“ und „AGB des Lieferanten“ sind die Rollen des Beispiels. Beide AGB waren als Text eingefügt — deshalb ohne Seitenangabe.
Vier Arten von Befunden.
Jeder Befund kommt mit Quelle und Schweregrad, jede beteiligte Vorgabe mit ihrem Beleg — wörtlich, wo es so im Dokument steht, sonst als abgeleitet gekennzeichnet — und bei hochgeladenen Dokumenten mit Seite oder Absatz, wo Aigis das Zitat wiederfindet. Sie sehen nicht nur, dass etwas nicht passt — sondern wo, und wie schwer. Wie eine Seekarte mit eingezeichneten Untiefen: Den Kurs setzen Sie.
Zwei Regeln, die zusammen nicht halten — auch wenn sie in verschiedenen Dokumenten stehen, wie die zwei Mängelrügefristen in unserem Beispiel.
Zwei Regeln, die dasselbe verlangen — geprüft und in Ordnung.
Einer Vorgabe fehlt eine Angabe, um überhaupt prüfbar zu sein. Welche, steht dabei.
Eine Frage, die nur jemand mit Verantwortung beantworten kann — mit Optionen und Folgen.
Was Aigis nicht tut
Es ersetzt keinen Anwalt und keinen Auditor. Es bereitet deren Arbeit vor. Wer bisher gelesen hat, um den Fall zu finden, liest jetzt, um ihn zu beurteilen.
Es entscheidet keine Kollision. Widersprechen zwei Vorgaben einander, ist das eine Governance- und Rechtsfrage mit Haftung. Aigis legt den Entscheidungsraum dar und nimmt Ihre Entscheidung als Eintrag auf — es empfiehlt keine Seite.
Es erfindet nichts. Jedes Zitat wird nach der Auswertung gegen das Quelldokument abgeglichen. Steht es dort nicht wörtlich, wird es auf „abgeleitet“ zurückgestuft; ohne Beleg gilt eine Vorgabe als „erschlossen“ — und nichts davon wird je so behandelt, als stünde es wörtlich da.
Vier Schritte. Jeden stoßen Sie an — die Arbeit macht Aigis.
-
Sie legen ein Projekt an und laden Ihre Dokumente hinein.
PDF, Word, Excel, Text — auch Eingescanntes, bis 40 Bildseiten je Dokument; was darüber liegt, meldet Aigis namentlich als nicht gelesen. Sortiert in Rubriken, damit später erkennbar ist, woher eine Vorgabe stammt. Aigis bringt keine Gesetzessammlung mit; es liest, was Sie ihm geben. Das ist Absicht: Es gilt Ihre Fassung, nicht irgendeine — das Allgemeinwissen des KI-Modells ist Hintergrund, nicht Maßstab.
-
Sie lassen jede Rubrik auswerten — Aigis zieht die Vorgaben heraus.
Was gelten muss, was verboten ist, wer zuständig ist — mit Beleg und Quelldokument; Seite, Blatt, Zeile oder Absatz dort, wo Aigis das Zitat wiederfindet, bei mehreren Treffern alle. Jede Vorgabe trägt ihren Grad: wörtlich belegt, aus dem Beleg geschärft oder nur erschlossen — ein Zitat, das so nicht im Dokument steht, gilt nie als wörtlich.
-
Sie starten die Gesamtprüfung — Aigis hält jede Vorgabe gegen jede andere.
Vor dem Start sehen Sie, was es kostet. Über die Oberfläche läuft nichts von selbst; jede Auswertung startet eine Person — oder, per Schnittstelle, Ihr eigenes System. Kommt ein Dokument dazu, lassen Sie die Rubrik neu auswerten und starten die Gesamtprüfung erneut — jeder Lauf trägt eine Nummer, frühere Stände bleiben erhalten.
-
Sie bekommen eine Liste — und reichen sie weiter.
Widersprüche, Lücken, Klärungsbedarf, Entscheidungsraum — jeder Punkt mit Schweregrad. Jeden Konflikt als Akte, jede Rubrik als Register, die Auswertungen als PDF, Excel oder Präsentation. Lesbar für jemanden, der nie in Aigis war — und Ihr Nutzungsrecht: Sie dürfen die Ergebnisse in eigene Berichte übernehmen und weitergeben.
Die Vorgabenprüfung — Rubriken auswerten und Gesamtprüfung — nach Umfang in Verrechnungsseiten: eine Verrechnungsseite sind 350 Zeichen Text, eine nur als Bild vorliegende Seite zählt schwerer. Nicht nach Sitzplätzen, nicht nach Rechenzeit. Dazu ein fester Monatsbetrag für die Verwahrung Ihrer Daten, das erste Gigabyte inklusive; Zusatzdienste wie Rückfragen an die Vorgaben, Übersetzungen oder Quellcode-Prüfungen stehen mit Festpreis je Lauf in der Preisliste. Vor jeder Auswertung sehen Sie eine Vorschau; verrechnet wird der gemessene Umfang, und der steht auf der Rechnung. Neue Mandanten starten mit einem Startguthaben. Alle Sätze stehen in Ihrer Preisübersicht nach der Anmeldung.
Betrieb und Speicherung bei Amazon Web Services in Stockholm. Die KI-Modelle — Claude von Anthropic — laufen über Amazon Bedrock ausschließlich in EU-Regionen; der Modellhersteller erhält weder Ihre Eingaben noch die Ergebnisse, und nichts davon wird zum Training verwendet. Mandanten sind voneinander getrennt. Ihre hochgeladenen Dateien können Sie zusätzlich mit einer Passphrase verschlüsseln, die nur Sie kennen; die daraus gezogenen Vorgaben und Befunde liegen in der Datenbank Ihres Mandanten und sind von der Passphrase nicht erfasst. Export jederzeit; nach Abschluss eines Projekts bleiben drei Monate zum Herunterladen, danach wird gelöscht — nicht archiviert.
Aigis ist ein Produkt von Hofmann Computer Systems e.U., Neuberg im Burgenland — IT-Dienstleistung seit 2010, Inhaber Andreas Hofmann. Aigis läuft in geschlossener Beta; die Vertragsbedingungen finden Sie im Fußbereich, Auftragsverarbeitungsvertrag und Liste der Subverarbeiter erhalten Sie auf Anfrage unter office@hsys.at.
Drei Situationen, in denen es sonst teuer wird.

Verträge nicht nur lesen. Ihre Wirkung verstehen.
Aigis hält den Entwurf eines Lieferanten gegen Ihre eigenen AGB, Ihre Richtlinien, die Rechtstexte, die Sie hinterlegt haben, und bereits bestehende Zusagen — wie ein Schachspieler, der nicht den einzelnen Zug sieht, sondern die ganze Stellung. Auch dort, wo die Wirkung erst entsteht, wenn zwei Klauseln aufeinandertreffen.
Selbst können. Selbst prüfen. Selbst entscheiden.
Digitale Souveränität ist mehr als Serverstandort und Verschlüsselung. Sie heißt: selbst verstehen, selbst prüfen, selbst entscheiden können. Aigis verringert die Abhängigkeit von einzelnen Fachleuten, von Beratungen, von Lieferanten und von Abläufen, in die niemand hineinsieht — ohne Ihnen die Verantwortung abzunehmen. Wer für jede Frage einen Berater braucht, hat keine Kompetenz gekauft, sondern eine Abhängigkeit gemietet.
Die häufigsten Fragen aus der Praxis.
Was analysiert AIGIS?
Richtlinien und Vorgaben jeder Art: am Quellcode (CODEX), in Projekt- und Organisationsdokumenten wie Lastenheften, Verträgen und Prozessbeschreibungen (PROJECT) und in Rechtsquellen, die Sie hinterlegen — von Gesetzestexten bis zur Datenschutzvorgabe (LEGAL). Die Gesamtprüfung stellt alle Vorgaben eines Projekts einander gegenüber.
Wie belegt AIGIS einen Widerspruch?
Mit der Fundstelle: Quelldokument und Seite — bei Tabellen das Blatt, bei Formaten ohne Seitenbegriff der Absatz, bei Textdateien die Zeilennummer. Ist eine Stelle mehrdeutig, werden die weiteren Kandidaten genannt statt verschwiegen.
Ersetzt AIGIS Juristen, Auditoren oder Entwickler?
Nein. AIGIS ist KI-gestützte Analyse: Es deckt auf, belegt und strukturiert — die fachliche Prüfung und die Entscheidung bleiben bei Menschen. Kollidieren zwei Vorgaben, legt AIGIS den Entscheidungsraum dar und nimmt die getroffene Entscheidung ins Register auf; es urteilt nicht.
Wem gehören Daten und Ergebnisse?
Ihnen. Getrennte Arbeitsbereiche je Mandant; Ihre hochgeladenen Dateien können Sie zusätzlich mit einer Passphrase verschlüsseln, die nur Sie kennen; Export jederzeit, und nach Abschluss eines Projekts drei Monate lang, danach Löschung. Ihre Daten, Ihre Regeln, Ihre Entscheidung.
Kein „wird schon passen“. Kein weiteres PDF fürs Repository.
Aigis prüft nachvollziehbar, mit Beleg, und genau gegen das, was tatsächlich gefordert ist.
Sie sagen, was gelten soll. Aigis findet heraus, ob es wirklich gilt — und ob sich alle daran halten.